Strom ist die Wahl, die du am wenigsten nachträglich ändern kannst. Wer beim Werkstatt-Aufbau zu wenig Stromkreise oder den falschen Anschluss legt, stemmt sich später nochmal Schlitze in die Wand — eine Erfahrung, die niemand zweimal machen will. Bevor du den Elektriker bestellst oder selbst Leerrohre verlegst, lohnt sich die Frage: Wieviel Strom brauche ich überhaupt?
Der Rechner unten geht durch die typischen Werkstatt-Geräte und summiert die maximale gleichzeitige Last. Daraus leiten wir ab, ob Drehstrom (400 V) sinnvoll ist, wie viele 16-A-Stromkreise du einplanen solltest und welcher Kabelquerschnitt für die Hauptzuleitung passt. Die Werte sind eine ehrliche Vorbemessung — die Endbemessung und Installation macht der Elektriker, du gehst aber mit klarer Vorstellung in das Gespräch.
Was kommt bei dir rein?
Setz das Häkchen bei deinen Geräten und wenn du was mehrfach hast, trag die Stückzahl ein.
Was die Werte bedeuten
Die wichtigste Zahl ist die maximale gleichzeitige Last. Die geht davon aus, dass alle ausgewählten Geräte zur selben Zeit laufen — das ist der Worst Case und der Wert, an dem der Elektriker die Anschlussgröße bemisst. Wer realistisch nur eine große Maschine gleichzeitig betreibt, kann mit kleineren Anschlüssen leben — wer öfter Tischkreissäge plus Absauganlage gleichzeitig fährt, braucht die größere Reserve.
Anzahl Stromkreise
Pro 16-A-Sicherung kannst du grob 3.500 W Dauerlast fahren. Der Rechner teilt die Gesamtlast durch diesen Wert und zeigt dir, auf wie viele Kreise du das verteilen solltest. In der Praxis: lieber einen Kreis mehr planen als zu wenig. Beleuchtung gehört auf einen eigenen Kreis — wenn dir bei einem Kurzschluss die Säge ausgeht, willst du nicht im Dunkeln stehen.
Drehstrom-Empfehlung
Drehstrom (400 V, dreiphasig) wird sinnvoll, sobald entweder die Gesamtlast über 7.000 W steigt oder ein einzelnes Gerät über 3.500 W zieht. Beides trifft typischerweise bei Tischkreissäge mit Absauganlage, Hobel/Abrichte oder Schweißgeräten MIG/MAG zu. Drehstrom-Geräte laufen ruhiger, haben weniger Verluste und triggern keine Sicherungen beim Anlauf.
Kabelquerschnitt
Die Faustregel im Rechner ist eine Vorabbemessung: bis 16 A reicht 2,5 mm² Kupfer für die Hauptzuleitung, bis 32 A nimmst du 4 mm², darüber 6–10 mm². Die exakte Endbemessung hängt von Verlegeart, Häufung in Leerrohr und Kabellänge ab — das macht der Elektriker. Du kannst aber Leerrohre vorausschauend in der passenden Größe verlegen.
FI-Schutzschalter
Standard für Werkstätten: 30 mA RCD (FI-Schutzschalter). In jedem Stromkreis mit Steckdosen Pflicht, in Beleuchtungs-Kreisen empfohlen. Bei selbst geplanter Anlage: jede Maschinen-Steckdose hinter einem eigenen FI absichern, dann fliegt bei einem Kurzschluss nicht die ganze Werkstatt raus.
Wichtig zum Schluss: Diese Werte sind Faustregeln und ersetzen die Endbemessung durch den Elektriker nicht. Alle Eingriffe am Hausnetz (neue Stromkreise, CEE-Steckdosen, Sicherungskasten) gehören in Fachhand. Du planst, legst Leerrohre und Schlitze vor — der Elektriker schließt an, prüft und bescheinigt.