CEE-Steckdosen (auch „Kragen-Steckdosen" genannt) sind die roten, 5-poligen Drehstrom-Anschlüsse, die du aus Werkstätten und auf Baustellen kennst. Sobald in deiner Werkstatt Geräte über 3,5 kW Einzellast laufen — Tischkreissäge, Hobel, Schweißgerät MIG/MAG — brauchst du Drehstrom. Und damit eine CEE-Steckdose.
Welche Stromstärke: 16, 32 oder 63 A?
16 A CEE (rot, 5-polig)
Die kleinste Drehstrom-Steckdose. Liefert dreiphasig 400 V mit max. 16 A pro Phase — ergibt rund 11 kW maximale Last. Reicht für die meisten Hobby-Holzwerkstätten: Tischkreissäge, Hobel/Abrichte, Schweißgerät Inverter, Drehbank — auch parallel mit Absauganlage und Beleuchtung am normalen Hausnetz.
Wann nimmst du 16 A: Hobby-Werkstatt mit ein bis zwei Drehstrom-Maschinen. Werkstatt unter 25 m². Wenn du nur einzelne große Maschinen gleichzeitig betreibst.
32 A CEE (rot, 5-polig)
Die häufigste Wahl bei ernsthaften Hobby- und Mixed-Werkstätten. Liefert max. 32 A pro Phase, also rund 22 kW maximale Last. Reicht auch, wenn du mehrere Drehstrom-Maschinen gleichzeitig fahren willst oder ein Schweißgerät MIG/MAG (5 kW) plus Kompressor und Tischkreissäge parallel.
Wann nimmst du 32 A: KFZ-Werkstatt, Werkstatt mit mehreren großen Maschinen (Hobel + Tischkreissäge + Drehbank), Werkstatt ab 25 m². Wenn du gewerblich arbeitest.
63 A CEE (rot, 5-polig)
Die große Industrie-Variante. 63 A × 400 V × 3 ≈ 43 kW. Im Hobby-Bereich extrem selten nötig. Lohnt nur, wenn du mehrere Industriemaschinen parallel betreibst (z. B. Werkstatt für Metallverarbeitung mit großem CNC-Fräser plus Bearbeitungszentrum).
Wann nimmst du 63 A: Sehr große Hobby-/Semi-Profi-Werkstatt mit Industriemaschinen. Praktisch nie für reine Eigenheim-Werkstätten.
Vergleichstabelle
| Stromstärke | Max. Last | Kabelquerschnitt | Typische Werkstatt |
|---|---|---|---|
| 16 A CEE | ~11 kW | 2,5 mm² | Hobby, ≤ 25 m² |
| 32 A CEE | ~22 kW | 4–6 mm² | Mixed/KFZ, 25–40 m² |
| 63 A CEE | ~43 kW | 10 mm² | Industrie, sehr selten |
Wer noch unsicher ist: nutz den Strombedarfs-Rechner. Hak deine geplanten Geräte ab, du bekommst die empfohlene CEE-Größe und Kabelquerschnitt-Faustregel als Vorlage für den Elektriker.
YMYL-Hinweis: Endinstallation durch den Elektriker
Eingriffe am Hausnetz — neue Stromkreise legen, Sicherungskasten erweitern, CEE-Steckdose fest anschließen — sind dem Elektriker vorbehalten. Wer das selbst macht, riskiert nicht nur einen Brand, sondern verliert auch den Versicherungsschutz im Schadensfall. Gerade bei Gewerblicher Nutzung wird darauf geachtet, ob die Installation durch einen Eingetragenen Elektriker abgenommen wurde. Was du selbst darfst: Leerrohre verlegen, Schlitze stemmen, Position der Steckdose festlegen.
Vorbereitungs-Checkliste für den Elektriker
Wer den Elektriker gut vorbereitet, spart Zeit und Geld. Diese Punkte kläre vor dem Termin:
- Geräteliste mit Watt-Werten — schreib alle geplanten und vorhandenen Geräte mit Leistung auf. Oder nutze den Strombedarfs-Rechner und druck das Ergebnis aus.
- Position der CEE-Steckdose festlegen — meist neben der Werkbank oder neben der größten Maschine. Höhe: 100–130 cm über dem Boden.
- Anzahl 230-V-Kreise bestimmen — pro 16-A-Sicherung etwa 3.500 W Dauerlast. Plane mindestens 3 separate Kreise (Beleuchtung, Werkbank-Steckdosen, Maschinen-Steckdosen).
- FI-Schutzschalter — 30 mA RCD ist Standard für Werkstatt-Stromkreise. Erwähne den Wunsch beim Termin.
- Leerrohre und Schlitze — je nachdem wo Wände aufgemacht werden müssen, kannst du das selbst vorbereiten. Spart 1–2 Stunden Lohnkosten.
- Sicherungskasten-Status prüfen — ist im Hausverteiler noch Platz für 3 neue Sicherungen plus Drehstrom-Sicherung? Oder muss ein Unterverteiler in die Werkstatt?
Was du selbst vorbereiten kannst
- Leerrohre verlegen. Vom Sicherungskasten zur Steckdose, in der Wand oder unter Putz. Du sägst und stemmst die Schlitze, der Elektriker zieht später Kabel ein.
- Steckdosendose montieren. Aufputz-CEE-Dose oder Unterputz-Hohlwanddose vorbereiten — der Elektriker schließt nur noch an.
- Wanddurchbrüche für die Leitungsführung machen.
- Plan zeichnen — wo welche Steckdosen sitzen sollen, mit Höhenangaben. Erspart 30 Minuten Diskussion vor Ort.
Was du nicht selber machen darfst: Sicherungskasten öffnen, neue Sicherungen einbauen, CEE-Steckdose anschließen.