Die Werkbank ist der Möbel, an dem du am meisten Stunden verbringst. Steht sie auf der falschen Höhe, bezahlst du das mit Rückenschmerzen, Schulterproblemen und schlampiger Arbeit. Die richtige Höhe ist keine Glaubensfrage, sondern eine einfache Rechnung — und unterscheidet sich je nachdem, was du machst.
Die Faustregel: Ellbogenhöhe minus 5–10 cm
Für stehende Arbeit gilt: Werkbankhöhe ≈ deine Ellbogenhöhe minus 5–10 cm. Dadurch kannst du mit nahezu gestreckten Armen arbeiten, ohne die Schultern hochzuziehen. Die Ellbogenhöhe misst du, indem du gerade stehst, den Oberarm seitlich am Körper hängen lässt und den Unterarm horizontal nach vorne nimmst — vom Boden bis zur Unterseite des Ellbogens. Die meisten Erwachsenen liegen bei einer Ellbogenhöhe zwischen 100 und 120 cm.
Wenn du viel mit Krafteinsatz arbeitest — Hobeln, Feilen, Stemmen, Hämmern — geh mit der Werkbank lieber 10–15 cm tiefer. Du brauchst dann den Hebel deines eigenen Körpergewichts. Bei reinen Präzisions- und Montagearbeiten bleibst du näher an der Ellbogenhöhe, also nur 5–8 cm darunter.
Tabelle: Werkbankhöhe nach Körpergröße
Die folgenden Werte sind Richtwerte für Erwachsene mit durchschnittlichen Proportionen. Bei besonders langen oder kurzen Beinen verschiebt sich der Bereich um 2–3 cm.
| Körpergröße | Höhe (Standard) | Höhe (Krafteinsatz) |
|---|---|---|
| 1,55–1,62 m | 78–82 cm | 72–78 cm |
| 1,63–1,70 m | 82–86 cm | 76–82 cm |
| 1,71–1,77 m | 85–89 cm | 80–85 cm |
| 1,78–1,84 m | 88–92 cm | 82–88 cm |
| 1,85–1,90 m | 91–95 cm | 85–91 cm |
| 1,91–2,00 m | 94–98 cm | 88–94 cm |
Wer eher genau weiß, was er machen will, plant die Werkbank fest auf einen Wert. Wer gemischt arbeitet, geht in die Mitte: 88–90 cm bei durchschnittlicher Körpergröße ist der Allround-Wert, mit dem du bei 80 % aller Tätigkeiten gut auskommst.
Stehend vs. sitzend: zwei verschiedene Werkbänke
Die Tabelle oben gilt für stehende Arbeit. Wer aber Modellbau, Feinmechanik oder längere Lötarbeiten macht, sitzt — und braucht eine andere Höhe.
Sitzende Arbeit funktioniert auf normaler Tischhöhe: 75–78 cm. Das ist der Wert, bei dem du mit aufrechtem Rücken sitzt und die Unterarme entspannt auf der Platte ablegst, ohne hochzuziehen. Das ist auch der Standard für Schreibtische — kein Zufall.
In einer kombinierten Werkstatt lohnen sich oft zwei separate Arbeitsflächen: die Hauptwerkbank für stehende Tätigkeiten (88–92 cm) und ein zusätzlicher Tisch oder eine Klappplatte für sitzende Feinarbeit (75–78 cm). Wer wenig Platz hat, nimmt einen verstellbaren Werkstatthocker mit ausreichend Höhenbereich — günstige Modelle ab 40–80 €.
Höhenverstellbare Untergestelle: Wann's lohnt
Höhenverstellbare Werkbänke sind in den letzten Jahren bezahlbarer geworden. Drei Bauarten:
- Mit Kurbel oder Schraubspindel. Mechanisch, kostet 180–380 € für ein robustes Untergestell. Verstellung dauert 30–60 Sekunden, du musst die Werkbank kurz entlasten.
- Mit Gasdruckfeder. Schnell verstellbar (10 Sekunden), aber meist nur bis 80 kg Belastung — für leichte Werkbänke ohne Schraubstock geeignet. 250–500 €.
- Elektrisch motorisch. Komfortabel, hohe Belastbarkeit (bis 200 kg), aber teuer: 550–1.200 € für gute Markenmodelle. Lohnt sich, wenn mehrere Personen mit unterschiedlicher Körpergröße arbeiten.
Wer alleine in der Werkstatt arbeitet und immer dieselben Tätigkeiten macht, braucht keine Verstellbarkeit — eine fest gebaute Werkbank in der richtigen Höhe ist stabiler und billiger. Wer unterschiedliche Körpergrößen in der Familie hat oder zwischen Stehen und Sitzen wechselt, profitiert deutlich.
Wenn du dich verrechnet hast: Anpassungen
Wer eine Werkbank gebaut hat und merkt, dass sie 5 cm zu niedrig ist: einfache Lösung sind Möbelfüße zum Aufschrauben — gibt's in 30, 50, 80 und 100 mm aus Hartgummi oder Stahl, kosten 8–25 € pro Satz. Drauf schrauben, fertig. Wer sie zu hoch gebaut hat: Beine kürzen ist mit guter Tischkreissäge oder Kappsäge eine Sache von 30 Minuten — vorher ausmessen, gleichmäßig kürzen, wieder verschrauben.